Mit Manneskraft aufgestellt: der diesjährige Maibaum erstrahlt in seiner Schönheit
Die |dq|St. Moritz|dq|-Kirche in Blütenpracht

Die Löhmaer Dorfkirche St. Moritz geht zurück auf eine Moritzkapelle, die vom Deutschorden um das Jahr 1240 gegründet worden sein soll. Ablässe erhielt die Kapelle in den Jahren 1344, 1371 und 1451. Sie deuten auf wahrscheinlich durchgeführte Erneuerungen und Erweiterungen der Kapelle hin.

Umfangreiche Baumaßnahmen fanden erst durch die Grafenfamilie Reuß statt, die 1695 nach Löhma zogen. Als Graf Heinrich XI. 1708 eine schwere Krankheit überfiel, beteten alle um seine Genesung – insbesondere seine Gemahlin und sein Sohn Heinrich I. Da die Gebete erhört wurden und der Graf wieder vollkommen gesund wurde, ließ er aus Dankbarkeit von 1709 bis 1710 die Kapelle zu einer großen Wehrkirche umbauen.

Die Kirche in ihrer heutigen Gestalt wurde im Mai 1710 geweiht. Mauerreste der alten Kapelle wurden bei Renovierungsarbeiten 2008 gefunden. Im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte fanden umfangreiche Sanierungen statt – die Kirche ist nun wieder nach historischem Vorbild ausgemalt, mit neuen Holzbänken versehen, vollständig neu elektrifiziert, Knopf und Fahne sind neu vergoldet und die Kirchenuhr erneuert.

Weiterlesen: Chronik im Detail (Fassung von Christian Kolbe, 2010)

 

Schutzpatron St. Moritz

Er wird auch Mauritius oder Maurice genannt und war ein Mensch, der mit beiden Füßen auf dem Boden stand, seinen Glauben im Alltag lebte und bezeugte. Er war der Anführer einer römischen Legion, die nach einer Überlieferung des 4. Jahrhunderts nur aus christlichen Ägyptern bestand. Man nannte sie die „Thebäische Legion“. Während eines längeren Aufenthaltes in Jerusalem ist Mauritius zusammen mit seinen Soldaten zum Christum übergetreten. Im Jahr 302 n. Chr. wurde die Legion in die Schweiz beordert, um Kaiser Maximilian im Kampf gegen die Bewohner des heutigen Wallis beizustehen. Als der Kaiser die Soldaten auch zur Christenverfolgung einsetzen wollte, verweigerten er und seine gesamte Legion den Befehl. Kaiser Maximilian ließ nach und nach die gesamte Legion hinrichten. Die überlieferte Tatsache, dass christliche Soldaten im Wallis ihr Leben für ihren Glauben hingaben, ist Grund für die Verehrung des Kommandeurs Mauritius als Heiligen. Auf der Stelle des einstigen Römerlagers erhebt sich heute ein stilles Städtchen, das nur einmal im Jahr einen Strom von Pilgern sieht: Am 22. September, dem evangelischen und römisch-katholischen Gedenktag des Heiligen Mauritius.