Ansicht auf unser schmuckes Löhma im Herbst.
Das Flächennaturdenkmal Geisla erstrahlt im Herbst in seinen prächtigsten Farben.
Ein Ausflug lohnt sich allemal!

Unsere Naturschönheiten

Löhma besitzt mit seinen umgebenden Hügeln, dem Waldgebiet und angrenzenden Teichen eine bemerkenswerte Flora und Fauna! Hier haben Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause gefunden, die teilweise nur noch sehr selten vorkommen bzw. streng geschützt oder gar vom Aussterben bedroht sind. Darum sind wir besonders stolz auf unsere Natur – sie zu bewahren und zu schützen liegt uns sehr am Herzen.

 

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

Im April zwitschert es kräftig über den Dächern – viele Rauch- und Mehlschwalben kehren von ihren Winterquartieren in Afrika zurück nach Löhma. Sie sind im Sommer beliebte Gäste in unseren Höfen, an Häusern und Scheunen. Dass die beiden Schwalbenarten mittlerweile auf der Vorwarnliste der vom Aussterben bedrohten Arten stehen, gibt zu denken. Rund 700 bis 1.500 Lehmkügelchen brauchen Schwalben, um ihr kugelförmiges Nest zu bauen. Wo der Boden noch unversiegelt, lehmig und feucht ist, lassen sich daraus Nester bauen. Doch solche Lehmpfützen fehlen den beiden Schwalbenarten heutzutage sehr oft. So freuen wir uns umso mehr, wenn sie in Schwärmen ihre Kreise über Löhma ziehen.

 

Bluthänfling, Rotmilan & Co.

Auch weitere streng geschützte Vogelarten haben in und um Löhma entweder ein Zuhause, oder sie sind als Nahrungsgast auf den Feldern unterwegs, wie beispielsweise der Weißstorch. Zu den Vogelarten der Vorwarnliste zählen neben den genannten Schwalbenarten auch Bluthänfling, Feld- und Haussperling. Nach Bundesartenschutzgesetz streng geschützt ist zudem der Rotmilan – ihn sieht man häufig am Waldrand und über den Feldern bei der Beutejagd.

 

Regelmäßige Kirchgänger: Mauersegler, Dohlen und Turmfalken

Unsere St. Moritzkirche ist oft umschwärmt! In ihrem Mauerwerk und im Turm haben so manche Vogelarten ihre Wohnstube eingerichtet. Zu den häufigsten Sommergästen gehören die Mauersegler. Sie sieht man oft ununterbrochen in der Dämmerung nach Insekten jagen, um ihre Jungen aufzuziehen. Bei ihren Flugmanövern können sie im Sturzflug Geschwindigkeiten von mehr als 200 km/h erreichen! Sie sehen zwar den Schwalben recht ähnlich, sind aber um einiges größer und an ihren schrillen Rufen deutlich zu unterscheiden. Mauersegler sind Langstreckenzieher – sie kommen Anfang Mai aus dem südäquatorialen Afrika nach Löhma.

So ein Kirchturm ist ein beliebter Lebensraum: Er ist heiß begehrte Brutstätte für Turmfalken, Schleiereulen und Dohlen. Auch von diesen Vogelarten haben wir schon etliche Brutpaare im Kirchturm zählen können.

 

Eiben am Geisla

„Eiben bleiben“, so ein bekanntes Sprichwort. Zu Recht! Denn Eiben gelten als die älteste Baumart Europas. Nur ist leider nicht mehr viel von den einstigen Beständen übrig. Die dichten Urwälder, die das Land zur Germanenzeit bedeckt hatten, wurden zu Gunsten der Landwirtschaft gerodet, und um Brennholz zu gewinnen. Und Eiben waren das bevorzugte Holz für Bögen und Pfeile. Sogar die Gletschermumie „Ötzi“ trug einen Bogen aus Eibenholz bei sich. Viele Uraltbäume sind Eiben, vielleicht auch aus dem Grund, weil sie giftig und daher vor Schädlingsbefall geschützt sind. Am Flächennaturdenkmal Geisla oberhalb Löhmas befindet sich der einzig erhalten gebliebene autochthone (das heißt, hier natürlich gewachsene und nicht angepflanzte) Eibenbestand im Naturraum Vogtland. In den vergangenen Jahren zählte man im Rahmen einer Seminararbeit einer Schülergruppe des Schleizer Dr. Konrad Duden Gymnasiums sage und schreibe 2.142 Eiben! Allerdings wurden große Verbissschäden festgestellt – ohne fachgerechte Pflege ist ein Nachwuchs an jungen Eiben kaum möglich.  

Am Geisla kommen außerdem Hasel, roter Hartriegel, Schwarze Heckenkirsche, Weißdornarten, Eberesche und Holunder vor. In der Krautschicht sind unter anderem Salomonssiegel, Hohler und Mittlerer Lerchensporn, Echte Schlüsselblume, Christophskraut und Aronstab vorhanden.

 

Seltenen Tierarten auf der Spur

Ihre Zeit ist gekommen, wenn die Sonne untergegangen ist. In der Abenddämmerung verlassen sie ihr Sommerquartier, um sich auf Beutejagd über die Wiesen und zum Waldrand zu begeben: Fledermäuse, die Jäger der Nacht. In Löhma konnten bisher zwei verschiedene Arten nachgewiesen werden – die Zwergfledermaus und die Kleine Bartfledermaus. Es ist allerdings anzunehmen, dass es noch mehr Arten in und um Löhma gibt. Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Und sie sind überaus nützliche Mitbewohner unserer Kulturlandschaft: Auf ihrem Speiseplan stehen vornehmlich Insekten. Sie regulieren somit auf natürliche Weise die Insektenbestände.

Am Rande des Waldgebietes bei Löhma haben an etlichen Teichen äußerst seltene Tierarten ein Rückzugsgebiet gefunden. Besonders geschützt sind die Röderteiche: Hier leben Moorfrosch, Kleiner Wasserfrosch, Nördlicher Kammmolch, Knoblauchkröte, Zauneidechse, Ringelnatter, Bläulinge, Speerazurjungfer, Glänzende Binsenjungfer sowie seltene Heuschrecken- und Käferarten.

 

 

 

Mehr lesen: Fledermaus

Silke Rieboldt, Fledermausexpertin und Diplom-Biologin:

„Man kann Quartiermöglichkeiten für Fledermäuse schaffen und den Garten fledermausfreundlich gestalten. Zusätzlich sollte man auf den Einsatz von Insektiziden und fledermausschädlichen Holzschutzmitteln verzichten. Wenn man bereits Fledermäuse beherbergt, sollte man diese möglichst nicht stören und das bestehende Quartier erhalten. Wenn Umbaumaßnahmen nötig werden, kann man sich von Fledermausfachleuten beraten lassen. Generell sollte darauf geachtet werden, dass die Zersiedlung und Monotonisierung unserer Landschaft nicht weiter voranschreitet. Bekannte Fledermausquartiere sollten geschützt und eventuell neue geschaffen werden. Quartiere allein reichen aber nicht aus, auch ausreichend Jagdgebiete sind sehr wichtig.“

Fledermauskasten – Bauanleitung

 

Mehr lesen: Projekt „Lebensraum Kirchturm“

NABU Deutschland:

„Kirchtürme sind wichtige Rückzugsorte für viele Gebäudebrüter. Der NABU hat im April 2007 gemeinsam mit dem Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen die bundesweite Aktion „Lebensraum Kirchturm“ gestartet. Mit großem Engagement schaffen NABU-Aktive und Gemeindemitglieder neue Nistplätze, öffnen Dächer und Luken und locken Fledermäuse, Schleiereulen, Turmfalken und Dohlen in die Türme. Seit Beginn der Aktion zeichnete der NABU 500 Kirchen für ihr Engagement aus.“